Flüssigkeitsbedarf
Der Flüssigkeitsbedarf eines Erwachsenen liegt bei 35-40 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Die Zahl gilt (wie alle Empfehlungswerte) als Orientierungswert und leitet sich aus den D-A-CH-Empfehlungen für Ernährung ab.
Gerade durch die Einnahme zahlreicher Medikamente ist es wichtig, die Niere durch die Zufuhr von genügend Flüssigkeit in ihrer Ausscheidungsfunktion zu unterstützen.
Eine niedrigere Flüssigkeitszufuhr ist z.B. bei Patienten mit einer Herz- oder Niereninsuffizienz angezeigt. Bei zusätzlichen Erkrankungen (Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen, Blutverlusten, Verbrennungen) steigt der Flüssigkeitsbedarf an.
Isokalorische Nahrungen enthalten ca. 80 % Wasser. (2000 ml Standardsondennahrung = 1600 ml freie Flüssigkeit). Bei energiereichen Nahrungen sind die Nährstoffe konzentrierter und folglich der Wassergehalt geringer. Der Wassergehalt der Nahrung ist bei der Berechnung der Flüssigkeit mit zu berücksichtigen.
Für jeden Patienten sollte die Flüssigkeitszufuhr individuell berechnet werden, da sowohl zu viel als auch zu wenig Flüssigkeit zu Komplikationen (Unverträglichkeit, Durchfall, Obstipation) führen kann.
Beispiel Flüssigkeitsbedarf:
Körpergewicht:
70 kg
Flüssigkeitsbedarf:
40 ml/kg KG ergibt 2800 ml
Flüssigkeit aus 2000 ml Standard-Sondennahrung:
1600 ml
Flüssigkeitsbedarf:
2800 ml abzüglich 1600 ml
zusätzliche Flüssigkeit:
1200 ml
Welche Flüssigkeit ist geeignet?
Am besten eignet sich frisches Trinkwasser oder Mineralwasser ohne Kohlensäure.
Eventuell auch Kräutertee (Kamillen- oder Fencheltee). Schwarztee oder Früchtetee sind nicht geeignet.
Früchtetees und Fruchtsäfte enthalten Fruchtsäuren, die das Protein aus Sondennahrung ausflocken lassen können. Folglich können bei der Gabe von Früchtetees oder -säften Sonden verstopfen und sollten daher bei der Flüssigkeitsgabe über die Sonde nicht verwendet werden.